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Feridun Zaimoğlu

 29 Haziran 2007  Almanya'daki Türkler


Yazar Feridun Zaimoğlu, “Grimmelshausen” ödülüne layık görüldü
Haberler, Kültür Sanat Haberleri
Yazar: Rss Reader, Tarih: 27 06 2007, Okunma sayısı: 23

Almanya’da tanınan yazar Feridun Zaimoğlu, “Leyla” isimli romanıyla, her 2 yılda bir verilen 10 bin avroluk Grimmelshausen ödülüne layık görüldü.
Ödülü veren vakıf tarafından yapılan açıklamada, Zaimoğlu’nun romanının, “misafir işçi kuşağının anlaşılması açısından harika ve heyecanlı şekilde yazılmış bir metin” olduğu ifade edildi.
Zaimoğlu’nun, Alman dilinin kendi kuşağındaki en önemli yazarlarından biri olduğu, romanında Zaimoğlu’nun kendi hayatında katettiği yolların da işlendiği kaydedildi.
Gelnhausen ve Renchen kentleriyle Hessen ve Baden-Württemberg eyaletleri tarafından başarılı yazarları teşvik etmek amacıyla ortaklaşa verilen ödül, Zaimoğlu’na, 2 Ekimde Gelnhausen kentinde yapılacak törenle verilecek.
http://www.urlax.net/content/view/9675/85/
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Kafa Örtüsü

Feridun Zaimoğlu; İLETİŞİM YAYINLARI
Feridun Zaimoğlu, günümüz Alman edebiyatında ve Almanya’nın popüler kültüründe bir fenomen, bir idol. Üçüncü kuşak Türkiyeli göçmenlerin, rap ve hiphop altkültürüyle haşır neşir olanların, çoğulkültürcülerin, daha doğrusu kimlik takıntısıyla kavgalı çevrelerin kült ismi. Almanya-Türkleri’nin yeni kuşağının isyanının simgesi sayılıyor, ‘ Yeni MalcolmX’ deniyor ona Feridun Zaimoğlu’nun…
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Zaimoğlu’na bir ödül daha

Gülay DURGUT / FRANKFURT

Yazar Feridun Zaimoğlu Almanya’da kazandığı ödüllere birisini daha ekledi. Zaimoğlu Leipzig Kitap Fuarı sürerken “Leyla” adlı romanıyla Grimmelshausen 2007 Ödülü’ne layık görüldü.

Kiel’de yaşayan yazarın layık görüldüğü 10 bin Euro değerindeki ödül iki yılda bir Baden Würrtemberg ile Hessen Eyaletleri tarafından veriliyor. İlgili jüri ödülün Zaimoğlu’na verilmesini, “Mükemmel bir dille yazılmış, okuyucunun ilgisini sürekli taze tutan ve işlediği konu ile Almanya’daki Türkler’in daha iyi anlaşılmasını sağlayan bir roman” ifadesiyle gerekçelendirdi. Jüri Zaimoğlu’nu “Almanca yazan en önemli yazarlardan biri” olarak değerlendirirdi. Ödül, 2 Ekim’de Gelnhausen kasabasında bir törenle yazara verilecek. Törenin övgü konuşmasını FAZ Gazetesi’nden Hubert Spiegel yapacak.
http://www.hurriyet.de/?navi=article&grp=Magazin&an=204

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Feridun Zaimoglu

Portrait
Feridun Zaimoglu was born in Bolu, Turkey, in 1964. He has been living in Germany for over thirty years, and has been based in Kiel since 1985. He studied Art and Medicine at university, and now works as an author, journalist and writer of screenplays. His first book Kanak Sprak gained him cult status as an author. In November 2000 the film Kanak Attack, based on his novel Abschaum, was released on the big screen.

Awards:
1997 Joint winner with Thomas Röschner of the civis Prize for Radio and Television for Deutschland im Winter – Kanakistan. Eine Rap-Reportage.
1998 Schleswig-Holstein Screenplay Prize
2002 Hebbel Prize
2003 Jury Prize at the Festival of German-Language Literature in Klagenfurt
2005 Adelbert von Chamisso Prize
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Feridun Zaimoglu

Zwischen Goethe und Kanake

von Michael Rappe

Feridun Zaimoglu, geboren 1964 in Bolu, Türkei, lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland, seit 1985 in Kiel. Er studierte Kunst und Humanmedizin und war Kolumnist für das ZEITmagazin und für Spex. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und schreibt regelmäßig für Die Zeit, Spiegel Reporter und die Frankfurter Rundschau. 1997 erhielt er den civis Hörfunk- und Fernsehpreis zusammen mit Thomas Röschner für den Beitrag “Deutschland im Winter – Kanakistan. Eine Rap-Reportage” (ARTE/ZDF). 1998 wurde ihm einer der drei Drehbuchpreise des Landes Schleswig-Holstein ver-
liehen. Sei wohl bekanntestes Buch „Kanak Sprak” wurde sowohl verfilmt wie auch an verschiedenen Theatern (Hamburg, Mannheim) inszeniert.

Der Griff zur Zigarette, ein tiefer Zug, die Rauchschwaden spielen mit dem Licht der grellen Scheinwerfer, ziehen in Nebelbänken mit dem höflich, fast schüchtern gehauchten Hallo Richtung Publikum. Dann: einige erklärende Worte und manchmal die Entschuldigung: „dass kann jetzt ein bisschen hart werden!” Und während man noch denkt, was denn mit „ein bisschen hart werden” gemeint ist, bricht auf der Bühne ein Sturm los. Feridun Zaimoglu, aus der Türkei stammend, in Kiel lebend, ist im Haus und represented. Mit einer Sprachgewalt, mit einer Bilderflut haut er dem Publikum seine Worte, seine Geschichten um die Ohren. Er redet, flüstert, tönt, deklamiert und das Ganze messerscharf pointiert und mit einer Musikalität, einem Gespür für Timing und Rhythmik, die so manchem Rapper die Tränen des Neids in die Augen treiben würde. Und in der Tat in seinen Lesungen verwandeln sich die Wort gewaltigen Textbilder in gelesene Musik, in einen musikalischen Sound, voll ungeheurer Tiefe und Suggestionskraft.

Mit seinem ersten Buch „Kanak Sprak” – erschienen lange vor der großen Was-guckst-du-Witzischkeit eines Dragan & Alder – lieh er den „Gastarbeiterkindern” der zweiten und dritten Generation seine Stimme. Kanak Sprak ist, so Zaimoglu in seinem Vortrag „KanakAttack: Rebellion der Minderheiten” auf der Weltenbürger-Veranstaltung am 16.5.2000 in Hannover „das babylonische Kauderwelsch einer unbedingt auffälligen, unbedingt angestoßenen Generation, auf die dieses Land wirklich gewartet hat. Darin finden sich Brocken aus dörflichen Dialekten und Anleihen aus dem Hochtürkischen genauso wie das metaphernreiche Slang-Stakkato der Straße und der Großstadtszenen.” Diese Sprachmischung, in all ihrer Härte und Poesie verwandelte Zaimoglu auf seine ihm eigene poetische Weise in ein les- und hörbares Deutsch. Er destillierte einen literarischen Bericht, einen schrillen anarchischen Kanon der Misstöne aus dem Kosmos Kanakistans, dem unbekannten Landstrich am Rande der deutschen Gesellschaft. Mit diesem Buch und den beiden folgenden „Abschaum” und „Koppstoff” stellt er provokativ die Frage: „Wie lebt es sich als Kanake, als Kanaka in Deutschland?” Keine brave „Gastarbeiterliteratur” vom Verlust der Scholle also, keine Suche nach Assimilation. Stattdessen selbstbewusste Zur-Schau-Stellung der Differenz, trotzige Feier des Anderen: Eine Provokation, eine Unverschämtheit! Von den Abi-Türken genauso argwöhnisch beäugt wie von den in seinen Büchern beschriebenen Gangster. Von der Presse als Malcom X der Türken hochstilisiert oder als literarischer Stümper runtergeschrieben. Von den Bravmännern und Bedenkenträgern aus dem Orient wie dem Okzident gleichermaßen angefeindet: Zaimoglu hielt dagegen: Immer mit der eigenen Position, dem Spiel mit den Bedeutungen und dem unbedingten Wunsch nach Kommunikation. Zu stark konzentrierte man sich auf die medialen Bilder, die Inszenierungen, die küchentischethnologischen Diskurse, nahm diese wichtiger und verkannte so die Kunst, die Kunstfertigkeit, kurz: den Literaten Feridun Zaimoglu.

Der war spätestens bei seinem vierten Buch „Liebesmale, scharlachrot” nicht mehr zu übersehen und die Zuschreibung als Kanakenchronist war – wenn sie denn je gestimmt haben sollte – spätestens jetzt haltlos. „Liebesmale, scharlachrot” ist eine fantastische Liebesgeschichte und eine furiose Reanimation der Gattung „Briefroman”. Wie seine berühmten Vorgänger des 18. Jahrhunderts teilt Feridun Zaimoglu den Icherzähler auf mehrere Personen auf. Er verknüpft diese mit den verschiedensten Sprachstilen, wie Goethestyle, Kanaksprak, Liebespoem oder Arabeskpoplyrik. Voller Sprachwitz knetet Zaimoglu die Stimmen, mit ihrem jeweiligen Flow, zu einem neuen artifiziellen Literatursprech. Dazwischen wird dieses von Buch allerlei möglichen und unmöglichen Typen beherrscht, voller Situationskomik, aber auch liebevoller Ernsthaftigkeit. Tamer z.B., der seinen schlecht gehenden Dönerladen mit Riesenfröschen dekoriert, von wegem dem Kindchenschema und viel “Hertz” für seine Kunden übrig hat. Aber auch ja nicht zu viel, denn ein zähnefletschender Staffordshire Terrier auf seinem T-Shirt sorgt für das gerüttelt Maß an Chuzpe, das es natürlich zu repräsentieren gilt. Ein Highlight ist die Schwanenstory. Eine “Gangsterstory”, die in ihrer Skurrilität an Quentin Tarrantino oder an die Choen-Brüder erinnert.

Genau dies macht die Literatur eines Feridun Zaimoglus aus: Zaimoglu schafft es, Widersprüchliches miteinander zu verbinden, Stile zu mixen, Genres zu crossovern. Es ist die Mischung aus Goethe, Blaxploitation-Helden wie Shaft, Actionstreifen a lá John Woo, M. Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit”, Biografien wie die von Muhammad Ali, dem Arabeskpop eines Müslüm Gürses, Martin Scorsese-Filmen, die er auf seiner Suche verschlingt, in einer Zeit, als er sich als zorniger junger Mann „umtat, als säße sein Kopf auf einem Drehzapfen” und los zog, „einen wunderbar mischmaschigen Halbstarkenradau zu veranstalten”. Und es ist das Ambivalente seiner Lebenssituation – der irreguläre Lebenslauf aus Zusammenbruchsszenarien, das wahre Gesicht der Einwanderung, wie er schreibt –, welches ihm einen Platz zuweist: zuerst malend und später schreibend. Seine Heimat wird die Sprache. Er habe gelernt, „dass die Sprache im verstörten Fleisch, in ramponierten Körpern ein zeitweiliges Domizil findet”, schreibt Zaimoglu, und „dass das gesprochene wie das geschriebene Wort Heiligtümer aus Geschicken und Schicksalen baut.” Somit wird die Sprache selbst zum Ort, zu einer Heimat, wo all dies miteinander in Kontakt tritt, der Ort wo Zaimoglu all diese Bilder gegeneinander ausspielt, miteinander verbindet und seine Hybridwesen auf die Menschen loslässt. Nie sind die Bilder eindeutig. Oft charmant und verschmitzt machen sie sich genauso oft daran, ablehnend, kratzbürstig, widerspenstig zu sein. Man kann sie hassen oder lieben und oftmals hassliebt man sie auch. Sie bringen eine fremde Welt, sind gleichzeitig die Kommentare zu „unserer” wunderbaren Welt des Mainstreams und irgendwie sind sie fitt in beiden Welten.

In Deutschland tut man sich schwer mit dem Crossover, verweigert das Prädikat Literatur und sucht passende Ethnoschubladen. Entweder ist etwas „oben” oder „unten”, U oder E. Das Leben im Uneindeutigen, im Ambivalenten, die kreative Kraft, die daraus erwachsen kann, das Arsenal von Kommunikationsangeboten findet hier leider noch wenig Gehör. So gesehen befindet sich Zaimoglu eher in der internationalen Gesellschaft postkolonialer Autoren wie der englischen Autorin Zadie Smith oder dem französischen Autor Chimo. Zaimoglu und seine KollegInnen drehen eingefahrene Betrachtungsweisen. Was sie zu schreiben haben, ist nicht der Befindlichkeitssprech eines in der Fremde verlorenen Volkes, sondern neue deutsche, englische oder französische Literatur. Mit großem Selbstbewusstsein sprechen sie vom Leben und von den Ambivalenzen, gehen sie von Zwischenräumen aus, in denen kulturelle Differenz produziert und Identität immer neu verhandelt wird. Diese Autoren stehen, so der amerikanische Kulturwissenschaftler Homi K. Bhabha in seinem Buch „Die Verortung der Kultur”, für die “Konzeptualisierung einer internationalen Kultur, die nicht auf der Exotik des Multikulturalismus oder der Diversität der Kulturen, sondern auf der Einschreibung und Artikulation der Hybridität von Kultur beruht”. So entsteht ein neuer Typ Literatur, entstehen neue Rolemodels, die es ermöglichen Gemeinsames und Trennendes, Integratives und Dissidentes in der Schwebe haltend miteinander zu verbinden und zu leben. Die Qualität dieser Erzählkraft ist gleichermaßen ästhetisch wie politisch wichtig: der Blick von Außen, oder am Rand tut sich was, ist zum Sprung bereit und schießt genau in die Mitte. In die Mitte der selbstgefälligen Globalisierungs-Berlin-Mitte-Gesellschaften. Autorinnen und Autoren wie Feridun Zaimoglu werden für Änderung sorgen. Ihre Form der neuen deutschen Literatur hat Zukunft.
http://www.laks.de/public/aktiv/interv-zai.htm



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